Deka plant "Volldepots" – Sparkassen-Chefs formieren sich zum Widerstand
Im Sparkassen-Lager ist einem Medienbericht zufolge ein Machtkampf zwischen der Deka auf der einen und mehreren Großsparkassen auf der anderen Seite entbrannt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Paywall) recherchiert hat, gibt es beim Fondsdienstleister des roten Sektors die Überlegung, in Zukunft auch "Volldepots" anzubieten – also für die Kunden nicht mehr nur Fonds oder Zertifikate aufzubewahren, sondern auch einzelne Wertpapiere wie beispielsweise Aktien. Folgt man dem SZ-Artikel, dann lösen die Pläne auf der Primärebene zweierlei Befürchtungen aus. Die erste Sorge ist die (und das Thema ist ja nicht ganz neu), dass sich die Deka mit dem neuen "Volldepot" in dauerhafte Konkurrenz zur DWP Bank begeben könnte, also dem gemeinsamen Wertpapierspezialisten von Sparkassen und Volksbanken. Hintergrund: Ursprünglich war vorgesehen, dass die Deka ihre Wertpapierabwicklung auf die DWP Bank überträgt. Dieses Projekt schien zwischenzeitlich zu scheitern – bevor es zuletzt hieß, die beiden Schwesterinstitute würden doch wieder miteinander sprechen. Laut "SZ" befürchtet man bei den Sparkassen nun allerdings, dass die Deka einen endgültigen Rückzieher macht. Deshalb hätten sich zuletzt die Chefs gleich mehrerer Großsparkassen mit Briefen an Ulrich Reuter gewandt, den DSGV-Präsidenten und Chef des Deka-Verwaltungsrats. Tenor: Würden sowohl die Deka als auch die DWP im Depot-Geschäft mitmischen, drohe "die Gefahr eines ruinösen Wettbewerbs" – mögliche Entscheidungen in diese Richtung sollten daher vertagt werden. Pikanterweise schreibt die "Süddeutsche" indessen unter Berufung auf einen "Insider", dass auf der Primärebene noch eine zweite Sorge kursiere. Nämlich die, dass die Deka "an die Kundenschnittstelle" herantreten wolle, also Kunden möglicherweise an den Sparkassen vorbei ansprechen könnte. Diese Befürchtung werde allerdings laut "SZ" im Umfeld des Deka-Verwaltungsrats als "abwegig" zurückgewiesen. Auf Anfrage von Finanz-Szene wollte sich die Deka nicht äußern. Dem Vernehmen nach steht die Causa an diesem Donnerstag auf der Agenda des Verwaltungsrats.
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